Regelmäßige Wartung im Brandschutz: Mehr als nur eine Empfehlung!


Regelmäßige Wartung im Brandschutz: Mehr als nur eine Empfehlung!

Spätestens mit Erscheinen der überarbeiteten Fassung der Europäischen Norm DIN EN 13306 im Februar 2018 gewinnt das Thema Instandhaltung und damit die Wartung, als ein Teilaspekt dieser, zunehmend an Bedeutung.

Werden in der DIN 31051:2012-09 die Grundlagen der Instandhaltung festgelegt und gegliedert, widmet sich die aktuellste Fassung der DIN EN 13306 ergänzend der Definition von Grundbegriffen für alle Arten der Instandhaltung.

Die Wartung im Sinne von DIN EN 13306:2018-02 versteht sich als Maßnahme zur Verzögerung des Abbaus des sogenannten vorhandenen Abnutzungsvorrates, der Bereich, bis zu welchem ein Bauteil maximal abgenutzt werden darf und nach dessen Abnutzung die Instandsetzung, als ein weiterer Aspekt der Instandhaltung, erforderlich wird.

Die Instandhaltung im Sinne der Norm ist die „Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen sowie Maßnahmen des Managements während des Lebenszyklus eines Objekts, die dem Erhalt oder der Wiederherstellung seines funktionsfähigen Zustands dient, sodass es die geforderte Funktion erfüllen kann.“  Hierzu findet man im Abschnitt 2 die folgenden Begriffserläuterungen:

2.6 Geforderte Funktion: „Ist die Funktion, eine Kombination von Funktionen oder eine Gesamtkombination der Funktionen eines Objekts, die für die Erfüllung einer vorgegebenen Anforderung als notwendig erachtet wird.“

2.7 Funktionssicherheit: „Ist die Fähigkeit, eine geforderte Funktion auszuführen, wenn sie gefordert wird.“

Instandhaltung: Freiwillige Maßnahme oder Vorschrift?

Die Instandhaltung liefert einen wesentlichen Beitrag zur Funktionssicherheit einer elektrischen beziehungsweise baulichen Anlage. Bezieht man die obenstehenden Ausführungen nun auf den baulichen Brandschutz, lässt sich die Definition der Funktionssicherheit mit dem Schutzziel des Funktionserhalts einer sicherheitsrelevanten Anlage gleichsetzen. Betrachtet man nun ergänzend die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) mit Fassung vom 10.02.2015, findet man im Abschnitt 5.2.2 „Verteiler für elektrische Leitungsanlagen mit Funktionserhalt“ die entsprechende Forderung.

Um die störungsfreie und zuverlässige Funktion einer sicherheitsrelevanten Anlage wie beispielsweise der Sprachalarmierungsanlage (SAA) oder der Brandmeldeanlage (BMA) im Ernstfall sicherstellen zu können, kommen unter anderem Brandschutzgehäuse zum Einsatz. Sowohl die aktuellen allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen (abZ) des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) als auch der VdS-Leitfaden 2000:2010-12 (04) für den Brandschutz im Betrieb sehen eine regelmäßige und fachgerechte Wartung der eingesetzten Systeme vor und verdeutlichen die Notwendigkeit.

Bereits die Musterbauordnung (MBO) Fassung 2002, zuletzt geändert durch den Beschluss der Bauministerkonferenz vom 13.05.2016, bezieht sich im ersten Teil „Allgemeine Vorschriften“ sowie im dritten Teil „Bauliche Anlagen“ auf die Instandhaltung und verdeutlicht einmal mehr den Zusammenhang und die daraus resultierende Forderung nach Funktionssicherheit im baulichen Brandschutz.

So heißt es in § 3, Abs. 1 Allgemeine Anforderungen: „Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“ Ergänzend heißt es in     §14 Brandschutz weiter: „Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.

Darüber hinaus wird eine ordnungsgemäße Instandhaltung auch für Bauarten (§ 16a, Abs. 1)und Bauprodukte (§ 16b, Abs. 1)gefordert: „Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die bauliche Anlagen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes erfüllen und gebrauchstauglich sind.“

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der fachgerechte Einbau eines Brandschutzsystems ebenso wichtig ist wie die spätere regelmäßige Wartung. Nur ein durchdachtes und vorausschauendes Instandhaltungsmanagement kann Verschleiß frühzeitig erkennen, eine möglichst lange Lebensdauer des Brandschutzsystems und dessen ständige Funktionssicherheit gewährleisten sowie im Brandfall Leben retten und Sachschäden möglichst vermeiden. Darüber hinaus mindert eine regelmäßige Wartung das Schadens- und Haftungsrisiko für den Betreiber von sicherheitsrelevanten Anlagen, so ist eine fach- und zeitgerechte Wartung oft auch Voraussetzung zum Durchsetzen von Gewährleistungsansprüchen.

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